Becksland

5 01 2010

Manche Dinge verlieren besonders dann, wenn man das positive Gegenstück dazu trifft. Mein aktuelles Beispiel: Bremen und Oldenburg. In Oldenburg hab ich drei grandiose Jahre verbracht…vielleicht die beste Zeit bis jetzt. Und natürlich würde es heute nicht dasselbe sein, wenn ich wieder hinziehen würde. Die Menschen fehlen, kein Katerfrühstück in der Mensa nach dem dienstäglichen Saufgelage in der Pinte (Becks 80 Cent) mit eben diesen Freunden, die auch alle weggezogen sind. Die Menschen machen doch die Orte zu dem, was wir mit ihnen verbinden.

Am Sonntag bin ich also nach den Feiertagen in der Heimat wieder nach Bremen. Das Gefühl war eher resignierendes Hinnehmen. Wobei ein Teil auch her wollte, denn natürlich ist es in der WG ganz wunderbar und es gibt auch genug Arbeit hier momentan. Anschließend haben wir noch Freunde in Oldenburg besucht. Und alleine die Namen auf den Autobahnschildern “Wechloy”, “Kreyenbrück”, “Donnerschwee” und dieses wohlig warme Gefühl kommt sofort wieder. Ich liebe diese Stadt einfach. Die vielen kleinen Kneipen, Bars und Diskotheken in der Innenstadt, den Lambertimarkt im Winter, den kleinen Campus und die alte Mensa.

Als ich anschließend in Bremen blieb…hab ich erneut gemerkt, dass ich wir keine Freunde werden. Auch wenn es diesmal wesentlich besser als 2007/8 ist. Es tut mir Leid. Ich mag die Schlachte, das Schnoor und natürlich das Viertel. Findorff ist ja auch sehr schön und ich möchte umbedingt nochmal in das Schokoladen-Café in der Hemmstr. und Billiard spielen im siffigen Pub an der Ecke (mit Beatles-Poster  und mühsam herumgebastelten Gold-Rahmen an der Wand9. Und natürlich habe ich eine tolle WG erwisch..aber dennoch haben wir keine gemeinsame Zukunft. Wir werden uns trennen. Im Sommer. Und es gibt (hoffentlich) kein Zurück. Komm damit klar.





Frohes Fest!

23 12 2009

Nun bin ich schon seit Samstag in der Heimat, organisiere, kaufe und packe Geschenke ein und streichel Katzenbäuche. Weihnachten ist für die Familie da, ich liebes es nach Hause zu kommen, den Weihnachtsbaum zu schmücken (der dieses Jahr aufgrund der Katzen leider ausfällt), lange Gespräche mit meiner Schwester oder meinen Eltern zu führen und den Rest der Familie auf einen Fleck zu sehen. Dieses Jahr hat sie “offiziell” noch etwas Zuwachs bekommen und ich freue mich drauf.

Auf Silvester jedoch freue ich mich irgendwie eher nicht. Auch wenn ich mich teilweise freue, dass dieses Jahr endlich rum ist, war es doch auch ein sehr schönes, welches ich mit tollen Menschen in einem tollen Land verbringen durfte. Nun könnte ein Jahresrückblick folgen, aber ich habe absolut keine Lust darauf, von daher verzichte ich. Es gibt also eigentlich nur Gründe zu feiern: Das alte Jahr rum, ein neues, viel versprechendes vor der Tür. 2010… ich habe meinen Arbeitsvertrag verlängert, eine tolle WG, nette Menschen in Bremen, werde mein Studium beenden und hoffentlich Ende des Jahres wieder das Land verlassen. Alles Dinge, auf die ich mich freue. Vor dem 31. graut es mir dennoch. “Wie kann das ein gutes Jahr werden, wenn man nicht reinfeiert”, fragt mich eine Freundin und versucht mich zu überzeugen. Nun, mal sehen was sich noch ergibt. Ich würde einfach gerne weit weg.

Erstmal aber freue ich mich auf ein schönes Weihnachtsfest mit meiner unkomplizierten, lieben Family. Ich möchte euch, den lieben (und auch den nicht so lieben) Lesern und Blogger-Kollegen, daher schöne Feiertage mit viel Schnee, lecker Essen und viel Harmonie in der Familie wünschen! Wir sehen uns im neuen Jahr :)





Ich wollte

11 12 2009

im Glühweinrausch einen Eintrag schreiben. Hab ihn mir nochmal durchgelesen…und es gelassen.

Ab morgen in der Heimat. Machts gut. Hm.





Da fällt mir noch ein…

3 12 2009

Ich war ja am vergangenem Wochenende auf der Night of the Proms in Hamburg. Wem das nichts sagt: Pop meets Klassik, grob untergebrochen: Gute, sehr gute Musik der 80er/90er mit Orchester-Begleitung und Chor, sowie klassischen Stücken.

Die Karten sind jedes Jahr unheimlich schnell ausverkauft und so war hatten wir echt Glück, dass wir noch vier Karten bekommen haben. Und wer stand dieses Jahr auf der Liste? Roxette, Heaven 17, Alan Parsons, John Miles, Christina Stürmer und die Katone Twins. Nun dürft ihr kurz raten, was mich wohl sofort motiviert hat, dort hin zu gehen? Genau, Roxette (sagt was ihr wollt, sie sind großartig). Nachdem sie 2000 bereits auf der Nokia Night spielen wollten, dies aber dadurch verhindert wurde, dass bei Marie Fredriksson ein Gehirntumor entdeckt wurde, haben sie für 2009 ihr Come-back angekündigt.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Dank meiner Eltern sowohl meine Schwester als auch ich mit guter Musik der 60ern-80ern aufgewachsen sind. Wir wurden komisch angeguckt, als wir im Kindergarten “Johnny Walker” gesungen haben und heute passiert uns das gleiche, wenn wir in Pubs die alten Gitarren-Songs mitgröhlen. Daher waren auch Alan Parsons und John Miles (John Miles Leute!!) keine unbekannten Namen für uns. Leider war Mike Oldfield dieses Jahr nicht Teil des Programms.

Wieder zurück zum Konzert. Ich bin ja auch der Klassik nicht abgeneigt und es war schon verdammt beeindruckend was das Orchester und der Chor dort geleistet haben. Schön war auch, dass überwiegend populäre Stücke gespielt wurden, die man auch kennt, wenn man kein Klassik-Fan ist.

Völlig überraschend kam noch vor der Pause Roxette auf die Bühne. Im grünen Glitzeroutfit kam schon etwas 80er Jahre Stimmung auf. Das Publikum ist ausgeflippt….und war erschrocken. Frederiksson saß die ganze Zeit, wurde durch eine Tür im Boden hochgefahren und man sah ihr die Zeichen der Jahre und der Krankheit deutlich an. Gesanglich hat man zwar auch gemerkt, dass sie in den hohen Tonlagen nicht mehr so kraftvoll singen kann, was allerdings nicht weiter schlimm war, denn gut waren sie dennoch. Sehr gut. Nach der Pause kamen weitere, großartige Künstler (zu Tränen rührte ein großartiges “Stairway to Heaven” by John Miles), bis schlussendlich wieder Roxette für weitere vier Songs auf der Bühne standen. Diesmal war der Schock auch nicht so groß, denn Frederiksson wirkte fit und lief auf der Bühne umher. Und sie hatten sichtlich Spaß. Uns hat es mitgerissen – die Lichter wurden geschwenkt und wir haben lauthals mitgesungen, wenn das Publikum dran war.

Am Ende durfte natürlich neben der Hymne der Night of the Proms auch das wundervolle “Music” ebenfalls by John Miles nicht fehlen. Er tut mit etwas leid, denn er spielt es so ziemlich jedes Mal, seit Jahren, aber es gehört einfach dazu.

Wenn die Karten nicht ganz schön teuer wären, würde ich jetzt fürs nächste Jahr wieder Karten ordern, auch ohne die Künstler zu kennen. So warte ich noch etwas und hoffe wieder solches Glück mit den Karten zu haben.

-To live without my music
would be impossible to do.-





Nachtrag: Kettcar Akustisch in Hamburg

25 11 2009

Und dann war da noch das Kettcar-Akustisch-Konzert  in den Fliegenden Bauten in Hamburg. Wo sollte man sie auch sonst sehen, wenn nicht in DER Stadt?

Also haben der Herr Knurrunkulus und ich uns in Abgendgaderobe geschmissen (worum gebeten wurde) und Hamburg unsicher gemacht. Zuerst ging es ins September am Heiligengeistfeld, wo wir in einer typischen Hamburger Kneipe richtig lecker Essen waren. Dabei hat sich herausgestellt, dass ich die Lost-Staffel, die Herr K. dabei hatte und mit deren Spoilern er mich ärgern wollte, schon lange kenne. Daraufhin war auch klar, was nach dem Konzert folgen würde: Die letzten beiden Episoden der Staffel.

Nun aber zum Wesentlichen. Pünktlich um 18:30 standen wir vor den Fliegenden Bauten. Eine Kleinkunstbühne, ein Zelt..ja was eigentlich? Auf jeden Fall bot es den passenden Rahmen für dieses Konzert. Unerwartet schnell vergingen auch die 1,5 Stunden, bis J. K. Samson die Bühne betrat und als Voract das Schnurren seiner verstorbenen Katze grandios in einen wirklich schönen Song einbaute. Eigentlich waren alle seine Songs wirklich passend und schön, ob er nun über seine Heimtastadt fluchte oder über die Simpsons sang.

Und recht schnell und ohne großen Wirbel, trat Kettcar auf die Bühne – in Anzug. Und begleitet von einem Streichquartett eröffneten sie den Abend mit “48 Stunden”. In welcher Reihenfolge welche Lieder folgten kann ich nicht mehr sagen, zu sehr zogen sie mich knappe 90 Minuten mit. Da ging es nicht ums mitsingen, da wurde wenig erzählt und wenig gewitzelt. Es ging darum, es in sich aufzusaugen…die Atmosphäre, die Musik, das Gefühl.

Und genau das Gefühl hält gerade immernoch an.





Eiszeit

16 11 2009

Überlege gerade schwer, das hier auf Eis zu legen, bis die nächste Reise kommt. Zwar sagt die Statistik, dass ihr immer noch fleißig nachschaut, wenn hier etwas neues steht (was in letzter Zeit selten war, ich weiß), aber es kommt so wenig Feedback…

Wenn ich wieder unterwegs bin, hat der Blog auch einfach die praktische Funktion, dass Freunde und Familie bescheid wissen, wie es mir geht. Sie lesen, was ich unternehme, sehen Bilder und müssen nicht den Umweg über den Familienfunk nehmen.

Momentan allerdings gibt es auch wenig zu berichten. Ich muss nochmal darüber nachdenken.





Interwas?

4 11 2009

Dachte ich mir gerade, als ich kurz geschaut habe, wer wie auf meinem Blog gelandet ist. Und sehe da diese Seite: http://en.bab.la/news/top-100-international-exchange-experience-blogs-2009.html

Da musste ich dochmal kurz gucken. Platz 73 belege ich auf der Liste der “Top 100 international exchanege experience blogs 2009″.

Dazu heißt es. “This particular list is to celebrate all the adventurous, brave and open-minded young people out there who have decided to leave the comforts of home, their families, their native language and their mother’s cooking behind for an international experience. The people writing the blogs below are either high school or university exchange students, young interns working abroad, or people who support these students and interns from behind the scenes.”

Hui. Das pinselt mir gerade schon irgendwie das Bäuchle.





Nachts um drei

4 11 2009

Ist mir gelegentlich langweilig. Daher habe ich aus aktuellem Anlass für J. ein bisschen rumgespielt.

J. in Helsinki

Oh und eine kleine Überarbeitung des Blogrolls (meckert ordentlich in den Kommentaren, wenn ich euch vergessen hab) und anderer kleiner Details gab es auch. Wird auch noch weitergehen, wenn ich etwas mehr Zeit hab.

Edit: Ich bastel weiter. Diesmal hab ich mich an ein Foto gewagt, dass mein Ex-Freund in Helsinki von mir aufgenommen hat:

A. in Helsinki

So, letztes Edit:

Wikinger

Bitte um Kritiken und Anregungen. Sowohl Fotografie als auch die Bearbeitung.





Moin!

4 11 2009

Ja, es wird mal wieder Zeit etwas zu schreiben, was mir natürlich direkt dann auffällt, wenn ich in der Bibliothek sitze und arbeiten sollte. Bis gestern hat das mit der vpn-Verbindung in der Uni ja noch nicht so geklappt. Auf der einen Seite schlecht (keine Recherche, keine E-Mails abrufbar, argh) auf der anderen seite gut (keine Ablenkung, kein Twitter, kein ICQ, FB oder E-Mails). Nun hab ich eigenhändig das Problem gelöst – an dieser Stelle mir bitte obligatorisch auf die Schulter klopfen – und was mache ich? Ich blogge. Und twittere. Und schreibe. Seufz. Schaffe aber trotzdem mehr als zu Hause. Also fertig bloggen und ran an die Arbeit.

Der letzte Monat zusammengefasst in wenigen Worten: Kalt, dunkel und ungemütlich. Also meine Stimmung. Nicht das Wetter. Aber wie beim Wetter gab es auch gelegentlich ein paar Highlights. Das Twabendessen in Bremen gehörte dazu: Witzige Leute, lecker Essen, gutes Bier. Auch das Konzert der Kilians im Modernes war nett, wer immer auf der Suche nach überzeugenden kleinen, lokalen Bands ist, dem empfehle ich “Mapletree” aus Bremen. Waren die Vorband von den Kilians und haben mich überzeugt. Wobei ich vorher nie so eine wirklich gute Vorgruppe gesehen hab, sie hatten also leichtes Spiel. Ansonsten bestand der Monat darin, Freunde zu treffen (S. und J. haben mich in Bremen besucht, beide habe ich in Helsinki kennengelernt und misse sie gerade täglich), auf Parties zu gehen (Highlights), in jeder Menge Arbeit und gelegentlich auch mal etwas für den Unikram (naja. nech.). Muss ja langsam mal fertig werden mit der Hausarbeit, damit ich endlich ein Thema für die MA-Thesis suchen kann. Inklusive Betreuer. Die natürlich alle pünktlich zu meiner Rückkehr die Uni verlassen haben. Na danke.

Die Mitbewohner und das Zusammenleben mit jenen hat sich als witzig, angenehm und unterhaltsam herausgestellt. Ich werde allerdings WG-Mutti: Morgen koche ich und den kaputten Rock von Mitbewohnerin 1 wollte ich auch noch nähen. Beide halten mich jedoch auch für zynisch und verbittert. Und das nur, weil ich sagte, dass Mitbewohnerin 1 nach einem Jahr ihre Liebschaft aus Lateinamerika vergessen haben wird. So ist halt das Leben, ein Jahr ist lang und er scheint außerdem eh eine neue zu haben, die auch gleich ihren Spitznamen weg hatte. Ist das Realistisch? Oder Zynisch? Gar verbittert? Bin allerdings auch fünf/sechs Jahre älter als Mitbewohnerin 1 und immerhin noch drei Jahre älter als Mitbewohnerin 2. Und ich weiß, dass man mit 18 selten seine große Liebe findet und ein Jahr “zusammen sein” leider wenig bedeutet. Außer eine schöne Zeit vielleicht. Hoffentlich.

Ansonsten steht nächste Woche das Kettcar-Akustisch-Konzert in den Fliegenden Bauten in Hamburg an. Mit dem Herrn Knurrunkulus, der es hier schon sehr passend beschrieb, geht es also Dienstag in Abendgaderobe los. Ich bin gespannt, aber es kann ja nur gut werden. Außerdem ist er gut geerdet, wird die Selbstschussanlage hacken, und Stacheldrahtzange mitnehmen. Kann kaum was schiefgehen. Notfalls hat er ja noch das Losungswort. Wenn er sich dran erinnert. Gnihihihi.





Bremen, die Zweite

4 10 2009

So, heute also die zweite Nacht in meiner neuen Bleibe in Bremen. Nachdem ich nach der ersten Nacht gleich wieder abgereist bin um das Wochenende in südlicheren Gegenden zu verbringen, habe ich mich heute mutig durch das dunkle Bremen geschlagen um meine Wohnung wiederzufinden. Schon doof, wenn man vorher nicht einmal mit dem Bus vom Hbf nach Hause gefahren ist und daher keine Ahnung hat, wo man eigentlich lang muss.

Dafür ist die WG jetzt komplett und ich durfte auch gleich meine Mitbewohnerin vor einer Spinne retten. Und das mir, die eigentlich selber nicht ganz angstfrei ist, allerdings lässt mich alles unter einer gewissen Körpergröße nicht den Staubsauger rausholen. Nun gibt es erstmal einen Kakao mit Mintu, der hoffentlich erfolgreich meine aufkommende Erkältung bekämpft. Blöder Regen um 4 Uhr nachts.

So. Und hoffe auch, dass sich das mit dem Risiko gelohnt hat. Mal sehen was das wird…