Am Dienstag ging es los: Um 10:25 Uhr ging unser Flieger nach Frankfurt. Der Abschied fiel natürlich schwer, auch wenn ich mich natürlich auf das Abenteuer gefreut habe. Mit drei anderen Hamburgern ging es dann Richtung Frankfurt. Dort angekommen trafen sich alle Baldkolumbianer (19 Leute zwischen 18-26) aus ganz Deutschland am Flughafen. Recht schnell ging es auch in den Flieger starteten wir Richtung Bogotá. Mit Sekt, gutem Essen, netten Gesprächen, dem Schlaf der vorherigen Nacht und einer zielgenauen Auswahl der schlechtesten Filme habe ich die 12 Stunden Flugzeit überbrückt.
In Bogotá angekommen, wurden wir direkt von einem Begrüßungskomitee empfangen und sind mit dem Bus zum Hotel. Dort sollten wir die ersten beiden Tage zusammen Infos zu Kolumbien bekommen und uns Bogotá ansehen. Letzteres haben wir dann auch am zweiten Tag gemacht und sind auf den Monserrate (3300 Meter, der Berg an dem Bogotá liegt) und ins die Calanderia, das älteste Startviertel Bogotás. Wir haben uns den Plaza de Bolivar angesehen, das Regierungsviertel und sind dann im Regen zurück ins Hotel. Der Regen…ist so eine Sache in Bogotá. Morgens ist es sonnig und heiß und nachmittags recht kühl und vor allem: Nass.
Überall auf den Straßen stehen Händler, die entweder Regenschirme (Paraguas, Paraguas, Paraguas!!) oder Minutos & Süßkram verkaufen. Minutos bedeutet: Die entsprechende Person hat Handys an Sicherheitsketten an einem Stand oder an seiner Jacke festgekettet und bietet an, dass mann für 150-200 ColPesos die Minute telefonieren kann. D.h. so um die 14 Minuten würden dann einen Euro kosten…umgerechnet.
Zurück im Hotel bin ich dann ersteinmal ins sehr, sehr langsame Hotel-Internet gegangen und habe versucht E-Mails zu laden. Da es manchmal gut 5 Minuten dauern kann, bis eine Seite geladen hat, war das mäßig erfolgreich. Aber nach einer ganzen Weile, und wenn man alleine im Netz ist, kamen dann auch die Mails. Und siehe da: Ich habe eine Gastfamilie zugeteilt bekommen.
Auch wenn es manchmal doch dauert und es sich jederzeit ändern kann, kann man sich bei AFS auf eines verlassen: Sie organisieren etwas.
Meine Gastfamilie besteht nun also aus den Eltern (beide Anwälte), zwei Töchtern (24 und 17) und einer Großmutter. Alle leben zusammen in Bogotá. Die jüngere Tochter wird Ende Februar nach Deutschland gehen. Nachdem ich Fotos gesehen habe und eine nette Mail von der älteren Tochter bekam, bin ich ganz optimistisch. Da diese Familie aber noch eine Woche im Urlaub ist, bin ich temporär bei einer anderen Familie untergebracht. Diese wohnt mit drei Kindern, der Mutter und Tante & Onkel zusammen in einem kleinen Haus, nicht weit entfernt vom Parcque de Bolivar. Ein schöner, großer Park, in welchem wir gleich nach Ankunft mit den Hunden der Familie spazieren gegangen sind.
Abends ging es dann gleich los auf meine erste kolumbianische Party. Der Cousin von Sebastian (bei welchem ich gerade wohne) war ein Jahr in Deutschland und hatte zwei deutsche Freunde da, die momentan durch Kolumbien reisen. Wir haben schimpfwortlastige kolumbianische Trinkspielchen gespielt, ich konnte aber dank meines Antibiotikas bei einem Bier bleiben und den Aguardiente meiden. Da mein Spanisch momentan noch nicht sehr gut ist, spricht die Familie auch viel Englisch mit mir. An dem Abend war es dann ein Mix aus Spanisch, Deutsch und Englisch…ziemlich anstrengend.
Am nächsten Tag ging es dann nach einem starken Frühstück und einem kurzen Skype-mir-geht-es-gut-Gespräch mit den Eltern los zu einem AFS Kolumbien-Treffen. Dort wurden die Kolumbianer die ein Jahr im Ausland waren empfangen…also das, was mir einem Jahr bevorsteht, es wurde viel über Erfahrungen berichtet und diskutiert. Ich habe doch die eine oder andere Geschichte verstanden ![]()
Auf jeden Fall habe ich eine Menge netter Kolumbianer kennengelernt, die in Deutschland waren und froh gewesen sind, dass sie mal wieder Deutsch mit jemanden(mir) sprechen konnten. Währenddessen habe ich allerdings derartig böse Kopfschmerzen bekommen, dass wir direkt danach zurück zu Sebastian gefahren sind und ich von 18:30 bis 7 Uhr am nächsten Morgen geschlafen habe. Die Kopfschmerztablette hat geholfen, aber ich muss wohl doch mehr trinken…alleine wegen der Höhe.
Heute am Sonntag habe ich also endlich mal Zeit über die vergangene Woche zu schreiben. Am Montag steht das nächste Treffen aller AFSler in Bogotá an, damit wir uns registrieren und unsere Kolumbianische ID bekommen. Anschließend soll ich dann bei meiner Arbeitsstelle vorbeischauen und am Meeting teilnehmen..ich bin gespannt.
Hier ein paar erste Eindrücke:


























Hallo Alena, schön, jetzt seid ihr auch mal endlich angekommen! Hört sich alles spannend an, hoffentlich wird die Arbeit in deinem Projekt so, wie du es dir vorgestellt hast. Wir hoffen auch nur für dich, dass du nicht ewig in deiner Übergangsfamilie rumhängen musst, so ist das nämlich bei Marina und mir, seit über 2 Wochen chillen wir hier rum, sind ab und zu mal in der Zeitung oder im Fernsehen, sonst passiert so gut wie nichts… Heute hatten wir gerade unsere Koffer gepackt, dann kam von AFS Malaysia eine SMS, dass sich die Abfahrt nochmal verschiebt… Grm… Ein Lob auf die deutsche Organisiertheit! Wir freuen uns auf weitere Blogartikel! Ließe Grüße Marina und Nikola
Ach ihr Lieben! Ich bin ganz optimistisch was die Arbeit angeht. Eigentlich sollte ich jetzt schon anfangen, aber durch die Registration heute und das ewig lange warten, hat sich das erledigt.
Meine Gastfamilie hört sich sehr, sehr nett an und am Freitag soll es laut ihnen los gehen. Ich bin gespannt. Aber auch meine momentane Übergangsfamilie ist unheimlich nett, hilfsbereit und freundlich.
Den Zeitungsartikel haben wir gesehen…aber dass ihr so lange warten müsst ist ja nicht so toll. Vielleicht wirds ja bald mal was. Die deutsche Organisation habe ich aber auch schon des öfteren vermisst. Vale, so ist das nunmal
Der nächste Blogartikel kommt dann in einer Woche oder so, je nachdem wie viel Zeit ist.