Allie's Welt

Es lebt sich besser zwischen den Zeilen.


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Fern-weh

Ich möchte schreiben. Von einem wunderbaren Kurztrip nach Mailand, einem Kurzurlaub in Prag, eine erinnerungswürdige Straßenbahnparty in Dresden. Von Freunden, wunderbaren Menschen und wie es ist, 80 Kraniche an die Decke zu kleben. Jeden einzelnen. Mit Tesafilm.

Ich möchte mich aufregen über endlose Schwangerschaftsgeschichten und dass die Freundinnen in der Umgebung anscheinend nur noch das Thema Kinder im Kopf haben haben. Selbst wenn sie nicht schwanger sind. Ich möchte mich  ausgiebig darüber freuen, dass ich mir im Sommer zu zwei fantastischen Bands im Stadtpark die Füße wund tanzen werde.

Ich möchte über Musik schreiben. Dieses Wunderwerk aus Noten und Akkorden, das in mir verschiedenste Stimmungen heraufbeschwört, wie ein Zauberer mit geheimen Formeln. Ich möchte Bilder schaffen durch Worte. Welten gestalten und erschüttern.

Ich möchte dich erreichen. Dich endlos weit wegschieben. Und die Realität verändern. Dich aus meinen Gedanken haben. Und stattdessen hier bei mir. Ich möchte flüchten und nie wieder zurück kehren.

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Regen

Regenschwer hängen die Wolken über der Stadt. So dunkelgrau, fast schon schwarz, habe ich sie lange nicht mehr gesehen. Sie schaffen eine eigene, düstere Stimmung.
Die Regentropfen laufen wie Tränen am Fenster herab. Ein Sturm zieht herauf. Der Wind weht die Tropfen senkrecht davon. Es bleiben Striche zurück, unterbrochen, wie ein Morsecode, der sagt, dass ich mich ins Trockene bringen soll. Bevor der Wolkenbruch losgeht.
Und alles, was diese dunklen Wolken so nach unten zieht, dass die Spitzen der höchsten Gebäude der Stadt darin verschwinden, zu Boden prasselt.
Noch während ich schreibe, im Zug sitzend, beginnt es.
Wasserfälle schwemmen den Dreck der vergangenen Tage von den Scheiben. Ob der Regen mich auch reinigen würde? Alles Schlechte und Negative von mir wäscht? Und zurück bleibe ich – gereinigt und klar?
Mit nassen Füßen und Haaren, begossen im Regen, den Ozongeruch aufsaugen, der nach Leben und Veränderung riecht?

Wenn die Stadt mich tauft auf ihre Art.


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Auf diesem Sofa

Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre. Wenn du eine andere Entscheidung getroffen hättest.
Ich sitze auf diesem Sofa, höre Yann Tiersen über meine Kopfhörer und dann bist du da. Du legst sanft eine Hand in meinen Nacken und lehnst dich zu mir rüber. Du küsst ganz vorsichtig meine rechte Schulter, die unter meinem Pullover frei liegt. Unbedacht, als würdest du es jeden Tag tun.

Ich stelle mir vor, wie es wäre, deine Wärme zu spüren, mich sicher zu fühlen. Für diesen Moment. In deinem Arm.

Doch da ist nichts. Außer mir selbst. Und meiner Selbstachtung, die verletzt aufschreit.
Weil ich nach allem dennoch ab und zu an dich denke.
An dich. Es wird weniger. Mit jedem Tag.
Immer wieder sitze ich da und ertappe mich dabei, dass ich an etwas anderes denke, wo ich vor zwei Wochen noch an dich dachte. Wirst du irgendwann verschwunden sein? Aus meinen Gedanken?
Was, wenn das unsere einzige Chance war?

Und dann frage ich mich: Denkst du vielleicht auch manchmal an uns? Und wie es wäre?
Hättest du dich anders entschieden.
Wie es wäre, meine Schulter zu küssen und mich im Arm zu halten?
Auf diesem Sofa.


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Entscheidungen

Wir treffen täglich Entscheidungen. Nicht jede beeinflusst unser weiteres Leben. Kaffee oder Tee? Fahrrad oder Bus? Anrufen oder Mail schreiben?
Es ist so normal für uns geworden, dass wir nicht mehr darüber nachdenken.
Manchmal gibt es aber Entscheidungen, die aber unser Leben verändern. Oder eben auch nicht. Bleiben oder Gehen? Kündigung oder Entfristung? Kämpfen oder aufgeben?

Menschen sind Gewohnheitstiere. Veränderungen bedeuten Risiko und die Chance zu scheitern. Wir bleiben also in unserer Komfortzone, in der wir genau wissen, was uns erwartet. Kein Risiko. Keine Unsicherheit.
Dabei sind doch genau diese Momente in denen wir uns entscheiden, die zeigen, wer wir sind.
Only those who dare to fail greatly, will ever archive greatly – sprach Robert Kennedy. Und recht hat er. Dabei muss es nicht um Entscheidungen gehen, die die Welt verändern. Aber es können Entscheidungen sein, die unser Leben verändern. Und diese sind nicht weniger wichtig.
Die Frage ist also: Habe ich den Mut, alles zu riskieren? Um alles zu gewinnen? Oder bleibe ich in meiner Komfortzone?

Ich war nie ein Mensch, der sich in seiner Komfortzone wohl gefühlt hat. Erst wenn ich sie verlassen habe, war ich glücklich.
Zu scheitern ist nicht schön. Aber zu wissen, dass man alles gegeben und riskiert hat, verhindert zumindest, dass man nachts wach liegt und sich fragt „Was wäre,  wenn ich den Mut gehabt hätte?“.


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Ich

Gerade bin ich über die Selbstbeschreibung hier gestolpert.

Die sah noch so aus: Studentin, liebt Bilder, liest und schreibt gerne, interessiert sich für Krieg und Frieden. Hasst die Bremer Uni-Verwaltung und mag inzwischen Kaffe.

Das war etwa 2007, als ich diesen Blog hier gestartet habe. Sieben Jahre ist das her. Veröffentlicht habe ich in etwa so viel, wie andere in einem Jahr. Aber gut. Vielleicht wird es ja dieses Mal etwas.

Auf jeden Fall ist es notwendig, die Selbstbeschreibung zu überarbeiten. Ich? Was ist das? Was macht mich aus? Ich bin vieles: Eine Tochter. Eine Kollegin. Freundin und Ansprechpartnerin bei Sorgen. Ehrenamtliche. Europäerin. Ich bin höflich, organisiert, manchmal melancholisch, manchmal nicht. Ich laufe. Manchmal auch davon. Ab und zu schreibe ich auch. Nicht alles landet hier. Ich höre gerne Musik und liebe Konzerte. Bücher sind meine große Liebe. Ab und zu greife ich auch zur Kamera oder gehe ins Theater. Ich bin eine Schwester. Und habe eine. Wunderbare! Kaffee ist mein Lebenselixir, Tee mein Seelenbalsam. Probevegetarierin für den Januar. Und 2015 bin ich auch dreizig.

Also. Wer bin ich?
Jetzt gerade?
Das:

„Mehr oder weniger verrückter Mensch mit einem starkem Hang zu guten Büchern, Theater, Musik und Fotografie. Hamburgerin. Schwester. Kaffeesüchtig. Freundin. Liebt den Sturm und den Drang des Lebens.“