Allie's Welt

Es lebt sich besser zwischen den Zeilen.

Hauptsache gesund!

4 Kommentare

Aus gegebenen Anlass werde ich jetzt mal etwas zum kolumbianischen Gesundheitssystem und unserer Auslandskrankenversicherung schreiben.

Über Weltwärts, bzw AFS sind wir ziemlich gut durch „Dr.Walter“ auslandskrankenversichert worden. Die Versicherung deckt so ziemlich alles ab und soll wirklich hervorragend sein. Allerdings ist das Ganze nicht immer so einfach, denn (und das ist ein Haken) wir müssen die Rechnungen vor Ort erstmal bezahlen, anschließend die Originalrechnungen bei Dr.Walter einreichen und bekommen dann nachträglich unser Geld zurück. Sollte jedoch etwas gravierenderes passieren wie ein Unfall oder auch eine Krankheit die weitere, längere Behandlungen notwendig erscheinen lässt, dann tritt Dr.Walter auch direkt in Aktion und wir müssen nicht in Vorkasse treten. Das jedoch ist mit Anrufen und Schreiben und Bürokratie verbunden und hat hier schon den ein oder anderen Freiwilligen verzweifeln lassen.

Und auch das kolumbianische Gesundheitssystem kann einen manchmal verzweifeln lassen. Wobei ich im Monat April einige Erfahrung gesammelt habe und sagen kann, dass diese bis jetzt zu 2/3 gut waren. Wie schon gesagt gibt es eigentlich keine Arztpraxen, sondern vor allen Krankenhäuser und kleine Kliniken.
In der ersten Aprilwoche war ich (wie schon im Artikel zu Ibagué berichtet) mit einer Bakterieninfektion im Krankenhaus. Auch wenn das Krankenhaus nicht sehr hübsch war, waren die Ärzte dort schnell, kompetent, die Behandlung ging sehr schnell, die Labortests auch und es war sogar relativ günstig. Für eine Untersuchung, eine Injektion, ein Labortest und ein anschließenes Gespräch mit Verschreibung von Medikamenten habe ich gerade einmal 46.000 Pesos (und nochmal 26.000 für die Medikamente) bezahlt. Das sind zusammen so um die 30 Euro. Die Medikamente haben auch schnell angeschlagen und ich bin da ziemlich zufrieden raus gegangen.

Allerdings habe ich auch seit der ersten Aprilwoche einen bösen Husten, der nicht gehen will. Mit dem war ich dann am vergangenen Samstag (zusammen mit meiner Gastmutter) in einer Klinik hier in Bogotá. Davon gibt es grundsätzlich erstmal viele und man kann selbst entscheiden, ob man jetzt zu der teureren, besseren Klinik möchte, oder lieber die günstigere in Kauf nimmt. Da ich im Monat April auch noch meinen Spanischkurs vorbezahlen musste (auch nochmal um die 300 außerplanmäßige Euro) habe ich darauf verzichtet zur teuersten Klinik zu fahren und habe eine „halbgute“ Klinik genommen.
Wir sind also hin und wieder ging es recht schnell und kompetent zu, bis ich dann zum Allgemeinmediziner weitergeschickt wurde. Der hat mich zwar gut abgehört und auch abgeklopft ob meine Bronchien oer Lungen schmerzen, hat einen lapidaren Blick in meinen Hals und die Ohren geworfen und gesagt ich hätte eine Allergie. Gegen irgendwas. Also erstmal ein Anti-Husten-Mittel und Anti-Allergika verschrieben bekommen und wieder bin ich 100.000 Pesos für die Behandlung (und 100.000 Pesos für die Medikamente) losgeworden. Also etwa 90 Euro.

Aber damit nicht genug, denn das wäre ja langweilig. Seit der Nacht von Sonntag auf Montag hatte ich böse, böse Ohrenschmerzen und seit Montag morgen höre ich auf dem linken Ohr sehr schlecht und habe einen permanenten Pfeifton, begleitet von Schmerzen. Nach einem Notfallanruf bei der Expertin zu Hause (Danke Mama!) habe ich beschlossen erst nochmal zwei Tage zu warten und zu hoffen dass es besser wird. Wurde es aber nicht und das heißt: Heute wieder zum Arzt. Jedoch wollte ich direkt zu einem HNO-Arzt und nicht erst wieder ins Krankenhaus damit ich dann dafür bezahlen kann, dass der mich weiter schickt. Also habe ich versucht die Liste des Auswärtigen Amtes zu nutzen und wollte einen deutschsprachigen Arzt finden. Nach vier Versuchen war aber irgendwie klar, dass von denen keiner Deutsch spricht. Also doch einen kolumbianischen HNO-Arzt gesucht und noch am gleichen Tag mit meiner Gastschwester hin. Nach sehr kurzer Wartezeit wurde ich dann gleich besonders kompetent ausgefragt, untersucht und habe wieder Medikamente verschrieben bekommen. Diagnose: Böse Mittelohr- und Mandelentzündung. Beim Blick in meinen Hals (der Arzt hat darauf bestanden mir wortwörtlich den Spiegel vorzuhalten) wurd mir selbst ganz anders. Das Ohr hab ich zum Glück nicht gesehen. Nun darf ich also wieder Antibiotika nehmen (und eine Trinklösung) und bin erneut 200.000 Pesos ärmer (günstige 75.000 für die Konsultation des Arztes, teure 120.000 für die Medikamente), also etwa 90 Euro.

Die Kostenaufstellung hier soll euch nur eine Idee vermitteln und künftigen Weltwärtslern die nach Kolumbien gehen weiterhelfen, denn Gesundheit ist bekanntlich unbezahlbar und ich bekomme das Geld ja wieder.

Soweit der Stand der Dinge. Macht euch bitte keine Sorgen ihr lieben zu Hause Gebliebenen, ich habe kaum Schmerzen (was selbst den Arzt verwundert hat) und ich hoffe mal, dass es durch die Antibiotika schnell besser wird!
Und wehe ich bekomme jetzt zum Geburtstag nur Pakete mit Halsschmerztabletten und Bronchialsalbe 😉

Nachtrag 28.04.2012: Seit gestern zeige ich eine Unverträglichkeit gegen das Antibiotikum. Die Einzige, bei der ich die Einnahme sofort abbrechen sollte. Was ich auch getan habe. Mein Doc hat mir dann dazu geraten 24h die Medikamenteneinnahme auszusetzen. Heute hat sich noch immer keine Besserung eingestellt. Also wieder in die Klinik (72.000 Pesos für die Behandlung) und nach einer telefonischen Absprache beider Ärzte habe ich nun ein neues Antibiotikum verschrieben bekommen, sowie ein Medikament gegen die Nebenwirkung und ein Schmerzmittel. Der Spaß kostete mich 230.000 Pesos, also knapp 100 Euro nur für die Medikamente! Ich habe mich dann mal im Internet erkundigt, was ich da eigentlich einnehme und nun habe ich etwas Sorgen um die Nebeneffekte die auch bei diesem Antibiotika auftreten können und um einiges Schlimmer sind.  Aber warten wir mal ab, in einigen Stunden weiß ich dann mehr und im Idealfall stellt sich schnell eine Besserung ein.

An dieser Stelle:
Muchas gracias a mi maravillosa familia de colombia, que siempre me acompañó y que estan muy preocupado para mi! Estoy muy feliz que tengo una familia muy amable…

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Autor: allieswelt

Heute: Mehr oder weniger verrückter Mensch mit einem starkem Hang zu guten Büchern, Theater, Musik und Fotografie. Hamburgerin. Schwester. Kaffeesüchtig. Freundin. Liebt den Sturm und den Drang des Lebens. Als ich anfing: Studentin, liebt Bilder, liest und schreibt gerne, interessiert sich für Krieg und Frieden. Hasst die Bremer Uni-Verwaltung und mag inzwischen Kaffe.

4 Kommentare zu “Hauptsache gesund!

  1. Ein Hoch der Chemie! Ich hoffe das die antibiotische Offensive schnell Erfolge zeigt. Drücke die Daumen und gute Besserung gen Südamerika

    • Danke, danke. Es wird langsam. Die Chemiekeule zeigt Wirkung. Wird jedoch noch ein Weilchen dauern, bis ich da wieder zu 100% hergestellt bin 😉 Aber paciencia…si?

  2. ….habe 8 Jahre in Bogotá gelebt und kann nur sagen – es gibt Ärzte die Deutsch sprechen und zwar hatte ich eine Ärztin, einen Zahnarzt, eine Orthopäden usw. – alle sprechen super Deutsch und die Behandlungen waren immer super gut!!! Erst letztes Jahr -im Urlaub- habe ich mich wieder in die Behandl. einer Ärztin gegeben – sie wurde in Kolumbien geboren ist aber Kind deutscher Eltern – einfach super, da können sich viele Ärzte hier in Deutschland eine Scheibe abschneiden.

    • Stimmt, die Ärzte in Kolumbien sind wirklich gut, das sagt auch meine Erfahrung.
      Ich hatte spontan keine deutschsprachigen Ärzte hier gefunden, muss aber auch sagen, dass ich nicht zu sehr darauf bestanden hatte…da ich ja immer spanischsprachige Begleitung zu den Terminen hatte.

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